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Wenn Spotify nicht mehr nur Musik ist

  • Jugendblick Team
  • vor 19 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Spotify: Mehr als Musik und warum Eltern jetzt aufmerksam sein sollten

Spotify kennt fast jeder. Kein anderer Musik Streamingdienst ist in der Altersgruppe der 14- bis 24-Jährigen so präsent. Doch was viele Eltern nicht wissen: Spotify ist längst nicht mehr nur eine Plattform zum Musikhören. Seitdem die App Videos, Video-Podcasts und Creator-Inhalte erlaubt, hat sich das Risikoprofil der Plattform grundlegend verändert. Und das führt zu einem Problem, welches so gut wie unbekannt ist: Auf Spotify tauchen pornografische Inhalte auf und zwar in den regulären Podcast-Charts, direkt neben harmlosen Sendungen.

Dieser Beitrag erklärt, wie Spotify funktioniert, warum dieses Problem entstanden ist, was es für Kinder und Jugendliche bedeutet, und was Eltern konkret tun können.


Wie funktioniert Spotify?

Spotify ist primär ein Musik-Streamingdienst. Nutzerinnen und Nutzer können aus über 100 Millionen Songs wählen, eigene Wiedergabelisten erstellen, Musik von Freunden entdecken und Künstler abonnieren. Die App ist kostenlos nutzbar, enthält dann aber Werbung. Oder man kann ein kostenpflichtiges Premium-Abo ohne Unterbrechungen und mit Offline-Funktion kaufen. Wer sich auf Spotify anmeldet, landet automatisch in einem Algorithmus, der Inhalte basierend auf dem Hörverhalten empfiehlt. Je länger jemand die App nutzt, desto genauer passen die Vorschläge, auch bei Podcasts und Videos.


Seit einiger Zeit gibt es auch Musikvideos. Songs werden dabei nicht nur abgespielt, sondern gleichzeitig als Video angezeigt, ähnlich wie auf YouTube, aber direkt in der App. Diese Funktion heisst intern "Canvas" für kurze Video-Loops und "Musikvideos" für ausgewachsene Clips.


Neben Musik bietet Spotify heute auch Podcasts an. Dabei handelt es sich um Audio- oder Videosendungen zu fast jedem Thema: Nachrichten, Comedy, True Crime, Sport, Gaming, Bildung. Podcasts können von jedem hochgeladen werden und genau das ist der Knackpunkt.


Das Porno-Problem

Seit Spotify Video-Podcasts eingeführt hat, können Creators Videoinhalte direkt auf die Plattform laden. Das klingt harmlos, hat aber eine Lücke geöffnet: Weil Spotify keine ausreichende Echtzeit-Moderation hat, konnten Accounts anfangen, explizit sexuelle Videos als "Podcast-Episoden" zu tarnen. Sie nutzten unverdächtige Titel, kaschierten die eigentlichen Inhalte hinter harmlosen Vorschaubildern und sammelten so massenhaft Aufrufe. Teilweise wurden auch Pornografische Bilder als Titelbilder von Playlisten oder Podcast-Episoden verwendet wie im Beispiel zu sehen.


Das Ergebnis: Explizite Inhalte schafften es bis in die regulären Podcast-Charts. Laut einem Bericht von Bloomberg tauchten pornografische Videos in den Top-Listen für Kategorien wie "Business Podcasts" oder "TV & Film" auf, direkt neben seriösen Sendungen.



Mehr Informationen und Hintergründe zu diesem Thema finden sie im folgenden Video.


Warum melden schwierig ist

Einen Song oder Podcast auf Spotify zu melden ist alles andere als intuitiv. Es gibt keinen direkten Melden-Button in den Suchergebnissen. Wer Inhalte melden will, muss die URL des Inhalts kopieren und manuell ein externes Formular auf der Spotify-Website ausfüllen. Für ein Kind oder einen Jugendlichen, der zufällig auf etwas Explizites stösst, ist das keine realistische Option.


Tipps um diesen Inhalten zu entgehen


Videoinhalte deaktivieren

Spotify erlaubt es, Videoinhalte direkt in den Einstellungen zu deaktivieren. Das lässt sich in wenigen Schritten erledigen wie in folgendem Video zu sehen ist:



Durch das Deaktivieren von "Andere Videos" werden Video-Podcasts, Creator-Inhalte und ähnliche Formate nur noch als Audio abgespielt – die Video-Spur wird nicht angezeigt.


Explizite Inhalte ausschalten

Auch der Filter für explizite Inhalte kann in den Einstellungen deaktiviert werden:



Achtung: Bei einem normalen Einzelkonto kann das Kind diesen Schalter selbst wieder aktivieren. Wer das verhindern will, braucht ein Premium-Family-Abo mit einem verwalteten Konto.


Gemeinsam die App entdecken

Schaut euch Spotify gemeinsam mit eurem Kind an. Nicht als Kontrolle, sondern als echtes Interesse: Was hört es? Welche Podcasts, welche Künstler? Kinder, deren Eltern ihre Mediennutzung kennen, sind langfristig besser geschützt als solche, bei denen das Handy ein verbotener Raum ist.

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